In WWW
Mi, 19 Mai 2010
von Ingo Waclawczyk
Internet beim ADC 2010: Zwischen digitaler Bombe und Ergänzungsmedium
Das Internet ist nach dem Fernsehen und der Zeitung das Werbemedium Nr. 3 in Deutschland. Über 16 Prozent aller Werbegelder werden Online investiert. Bei der diesjährigen ADC-Ausstellung in Frankfurt war von dieser Gewichtung allerdings wenig zu sehen oder zu spüren. In sechs solcher Vehikel konnte man sich die eingereichten und prämierten Online-Arbeiten ansehen. Das Online-Erlebnis war mehr als enttäuschend: Ohne Ton oder Kopfhörer, mit einer Maus auf einer viel zu schmalen Armlehne und der Bildschirm viel zu weit weg, als dass man etwas erkennen konnte. Und überhaupt fragt man sich, wie jemand auf die Idee kommen kann, Online-Arbeiten so zu präsentieren.
Die Situation in diesem Wägelchen war irgendwie lächerlich. Aus der Perspektive von Online-Produzenten erscheint es jedenfalls so, dass die kreative Elite aus Deutschland das Internet noch immer nicht so recht erst nimmt. Als ich Abends den Begriff "Ergänzungsmedium" im Radio hörte, dachte ich "genau so war's".
In krassem Gegensatz dazu stand ein Vortrag von Hermann Vaske, der mit dem Titel "Die Digitale Bombe" überschrieben war. Dabei ging es auch um den Zusammenbruch den Medienmonopole durch das Internet und wie Unternehmen und Werbung darauf reagieren können. Leider habe ich Herrn Vaske nicht gefragt, was er von der Online-Präsentation in den Blechkarren hält. Aber wenn die Vehikel das nächste Mal noch da sind, werde ich das nachholen.
Getaggt mit: online
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